Geschichte von Bad Aussee

Aus EnnstalWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Bad Aussee 1892..jpg
Ansicht von Bad Aussee aus dem Jahr 1892

Die Geschichte von Bad Aussee im Überblick.

Lage

Bad Aussee ist eine nordwestliche Gemeinde im Bezirk Liezen im Ausseerland. Der Kurpark des Luftkurortes liegt auf 659 m ü. A.. Das Gemeindegebiet befindet sich im Ausseer Becken.

Geschichte

Die Anfänge

Aus der prähistorischen Zeit gibt es nur sehr wenige Funde aus dem Gebiet von Bad Aussee. So gibt es Beilfunde an der Wasenbrücke im Tal der Ödensee Traun, im Koppental fand man einen Helm (zu sehen im Museum Hallstatt), in Altaussee wurden öfters keltische Kleinfunde entdeckt.

Ein etwa 250 m langer Betriebswasserkanal (Fluder) wurde an der Grundlseer Traun entdeckt, dessen Datierung aber nicht möglich ist. Möglicherweise handelt es sich um eine Konstruktion aus der Römerzeit. Nach dem Hochwasser von 1344 wurde er in zwei Abschnitte geteilt. Heute existiert davon nur mehr der kurze obere Teile, der für ein E-Werk genutzt wird.

Anlässlich der Erweiterung der ehemaligen Villen des Adolf Freiherrn von Braun (1865 errichtet und für die Pensionsversicherungsanstalt Bad Aussee 1968/1969 abgerissen) fand man sehr alte Mauerreste auf der höchsten Erhebung der Burgstall-Terrasse, dem damals noch unverbauten Lausbichl. Allerdings wurden diese Funde nicht archäologisch untersucht. Dass es Römer im Gebiet von Bad Aussee gegeben hat, kann aber durch Kleinfunde nachgewiesen werden (römische Münzfunde, Kleinfunde im Kammerhof-Garten, zwei Römersteine im Markt, eine 1997 entdeckte römische Siedlung bei Altaussee im Leislingtal - vermutlich wohnte hier Menschen, die im Salzbergbau südlich des Sandlings arbeiteten).

Vom Dorf zum Markt

Aussee war als Bereich der Grafschaft Ennstal den steirischen Landesfürsten der Otakare unterstellt. 1147 schenkte Ottokar III. dem Kloster Rein zwei Salzpfannen bei Altaussee sowie eine Hube in Mitterndorf und eine in Altaussee. 1192 ging das Gebiet an die Babenberger und durch die Ablösung der beiden Salzpfannen beim Ausseer Salzbergwerk im Jahr 1211 wurde Herzog Leopold VI. alleiniger Eigentümer. Dieser dürfte zwischen 1211 und 1217am Ort einer schon vorhandenen Siedlung den landesfürstlichen Markt Aussee[1] gegründet haben.

Zu Auseinandersetzungen kam es nach dem Ende der Babenberger-Herrschaft im Jahr 1246. 1248 besetzte der Salzburger Erzbischof swiki:Philipp von Spanheim das Gebiet und blieb bis 1254. Auf ihn geht die Errichtung der Burg Pflindsberg im Gebiet des heutigen Altaussees zurück. Diese diente aber nur kurze Zeit als Wohnburg und fand dann vor allem als Gefängnis und Richtstätte Verwendung. 1574 erfolgte eine letzte Renovierung, bevor sie 1755 wegen fortgeschrittenem Verfall amtlich "totgesprochen" wurde. Philipp versuchte seine Besitzansprüche auf das Altausseer Salzbergwerk mit Hilfe eines Lehensbekenntnisses zu festigen. Dieses wird jedoch von Historikern als vermutliche Fälschung betrachtet. Aber Philipps diplomatischer Versuch scheiterte und im Frieden von Ofen 1254 wurde das gesamte Gebiet um Bad Aussee dem ungarischen König Bela IV. zugesprochen. Ihm folgte 1260 als Landesfürst und Grundherr der böhmische König Ottokar II..

Erste Nennung

Im Ottokarischen Urbar der Jahre 1265 bis 1267[2] wird Aussee als Item in Ausse erstmals genannt.

In einem Schreiben Herzog Albrechts I. an Papst Bonifaz VIII. vom 29. Juni 1296 wird der Markt Aussee als oppidum dictum Ause genannt, am 13. Juni 1359 als markcht ze Auzse. Als die gemein der hellinger und purger ze Aussee findet sich 1396 eine Erwähnung.

Grundherrschaft Pflindsberg

Als landesfürstliche Herrschaft Pflindsberg wurde das gesamte Gebiet (Grundlsee, Aussee und Altaussee) mit Beginn der Herrschaft der Habsburger (1278 bzw. 1283) bezeichnet. Im Kammerhof, der vor 1395 errichtet wurde, war der Verwaltungssitz der Grundherrschaft. Vor allem die Forst-, Sudhütten- und Salzbergwerksverwaltungen befanden sich in ihm.

Diese Herrschaft Pflindsberg war bis 1782 im Besitz der steirischen Landesfürsten. Diese waren auch die Betreiber des Salzbergwerks Altaussee und der Salz-Sudhütten von (Bad) Aussee als landesfürstliches Eigentum (Kammergut) betrieben. Manchmal wurde dieser Teil der Steiermark bereits als steirisches Salzkammergut bezeichnet. Als dann 1782 Kaiser Joseph II. seine Grundherrschaft Pflindsberg einschließlich aller Salzerzeugungsbetriebe sowie auch die nördlich sich daran anschließende Grundherrschaft Wildenstein im Oberösterreichischen Salzkammergut dem Staat schenkte, behielt man als gemeinsamen Namen „Salzkammergut”. Für das 532,08 km² große Gebiet rund um Grundl- und Altausseer See setzte sich jedoch der Name „Ausseerland” durch. Die heutige Stadtgemeinde Bad Aussee umfasst dabei eine Fläche von 82,03 km².

Der Zusatz "Bad" wurde dem Ort, dem niemals die Bezeichnung Markt verliehen worden war, mit 17. März 1911 bewilligt[3]. Marktgemeinde wurde als Gewohnheitsbezeichnung bereits in der Gemeindeverordnung vom 2. Mai 1864[4] offiziell verwendet. Mit Wirkung vom 1. Jänner 1994 wurde Bad Aussee zur Stadtgemeinde erhoben[5].

1750 waren im Markt Aussee 181 Hausnummern vergeben, der Theresianische Steuerkataster 1770 hingegen weist nur 171 Hausnummern auf. 1794 hatte der Markt Aussee 1 050 Einwohner gehabt.

Niederlagerecht

Im Markt befand sich schon im Jahre 1450 eine Eisenniederlage, in den alles Eisen, das durch den Ort ging, eingelagert werden musste. Dieser Eisenniederlage war nichts anderes als eine Höhle im Konglomeratfelsen hinter dem Haus Nr. 1031. Die Niederlage wurde im 16. Jahrhundert in das Haus Nr. 3 verlegt und verblieb dort bis zur Aufhebung des Niederlagszwanges durch die Einführung der Gewerbefreiheit. Sie befand sich in der Hand des Marktes, der aus den Reihen der Bürger einen Niederleger als Verwalter bestellte. Als Transportweg war damals einzig der Pötschenpass vorhanden.[6]

20. Jahrhundert

1910 gab es u.a. folgende Unternehmen in Bad Aussee: Hotel zum Kaiser von Oesterreich, Gasthof Erzherzog Franz Karl, Gasthof Erzherzog Johann und Hotel Post; Johann Stüger, Kaufmann am Kurhausplatz; den Apotheker Artur Mlay sowie die Drogerie "zum schwarzen Hund" von Johann Loštak, Ischler Straße 88; die beiden Letztgenannten verkauften Autosolin (Treibstoff) und Öl für Automobile;[7]

Am 23. Februar 1941 brach die Reitererbrücke aufgrund der Aushöhlung der Nagelfluh-Bänke ein; dabei wurden mehrere Häuser beschädigt und ein Gasthaus in der Ischler Straße verschüttet.

Bilderlinks

Quelle

Einzelnachweise

  1. Quelle Pollner, Martin: Historische Strukturen, Seite 29
  2. Quellen A. Dopsch (Hg.): Die landesfürstlichen Gesamturbare der Steiermark aus dem Mittelalter, 1910, S. 64.
    Zur nicht eindeutig geklärten Etymologie des Ortsnamens vgl. Pollner: Historische Strukturen ; K. Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut, 2. Bde., 1974
  3. Laut Verordnung der Steierm. LR vom 17. März 1911; LGBI. vom 11. April 1911, Nr. 20, X. Stück
  4. Quelle LGBI. vom 2. Mai 1864, Nr. 5, S. 6
  5. LGBI. vom 9. Dezember 1993, Nr. 114, 24. Stück, S. 247.
  6. Quelle Oberösterreichische Heimatblätter, Jahrgang 12, Heft 3/4, Juli - Dezember 1958, Beitrag Ferdinand Tremel: Der Verkehr über den Pötschenpaß von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts
  7. Handbuch des Oesterreichischen Automobil-Clubs 1910, zusammengestellt von Friedrich Cubasch, k.u.k. Rittmeister d. R., herausgegeben von Ingenieur Konrad & Bleyer, technisch-literarisches Bureau