Gemeinderatswahlen 2020

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Die Gemeinderatswahlen 2020 in der Steiermark waren für den 22. März 2020 vorgesehen. Doch die Infektionskrankheit Covid-19 führte zu einer Verschiebung auf den 28. Juni 2020.

Die Gemeinderatswahlen 2020

Nach der Absage des Wahltermins am 22. März 2020 gab es am Freitag, den 13. März 2020 einen vorgezogenen Wahltag. 33 480 von 804 095 Wahlberechtigten bei der steirischen Gemeinderatswahl hatten den vorgezogenen Wahltag genutzt. Das entspricht einer Beteiligung von 4,16 Prozent. 2015 hatten 48 379 Steirer von der Möglichkeit der vorgezogenen Stimmabgabe Gebrauch gemacht (6,04 Prozent der Wahlberechtigten). Die abgegebenen Kuverts mit den Stimmzetteln wurden in versiegelten Urnen bis zum neuen Wahltag aufbewahrt und mit den dann abgegebenen Stimmzetteln gemeinsam ausgezählt.

In der Steiermark hatten am 28. Juni 2020 um 06:30 Uhr mit mehr als drei Monaten Verzögerung - aufgrund der Covid-19-Pandemie - die Gemeinderatswahlen (außer in Graz) in 285 Kommunen begonnen. Wahlberechtigt waren 804 095 Personen. 33 480 davon hatten schon den Vorwahltag am 13. März genutzt. Die Wahl wurde formal ausgesetzt und fand nun am Ersatzwahltag ihren Abschluss.

Mit einer Wahlbeteiligung von 62,64 Prozent erreichte diese einen Tiefpunkt in der Geschichte der Gemeinderatswahlen.

Gesamtergebnis Steiermark

Wahlbeteiligung: 62,6 Prozent (2015: 73,4 Prozent)

ÖVP SPÖ FPÖ Grüne KPÖ NEOS Sonstige
Prozente 47,2 31,9 8,2 4,8 1,6 0,6 5,8
Veränderung in % +4,5 +0,3 -5,7 +1,4 +0,1 +0,2 -0,8
Sitze im Gemeinderäten
Anzahl 2 690 1 544 328 178 39 11 261
Veränderung in % + 218 -17 -276 +68 +1 +3 -34

Quelle swiki:Salzburger Nachrichten[1], Ausgabe vom 30. Juni 2020

Besondere Veränderungen im Bezirk Liezen

In den stärksten Fremdenverkehrsregionen der Steiermark - dem Ausseerland und in der Dachstein-Tauern-Region um Schladming gab es starke Veränderungen bei den Mandaten. Beobachter führen das auf die Themen zurück, die in diesen Gebieten die Menschen besonders beschäftigen und wohl deren überdrüssig wurden: überbordender Massentourismus, Bau-Boom, Zweitwohnsitze Auswärtiger, galoppierende Wohnkosten für Einheimische und Grundstücksdeals der Mächtigen.

In Schladming hat die „Liste Schladming Neu“ die absolute Mehrheit errungen und die ÖVP vom regierenden Thron gestoßen. Bei der Wahl errang die Liste Schladming Neu 14 Mandate, die ÖVP acht, die SPÖ zwei und die FPÖ eines.

Auch in Haus im Ennstal und Ramsau am Dachstein stehen Bürgerlisten dominierend an der Spitze. Einen überragenden Wahlsieg für den einzigen amtierenden Bürgerlisten-Bürgermeister im Bezirk Liezen gab es in Ramsau am Dachstein: Ernst Fischbacher (LEF) erreichte 1 208 Stimmen und erhöhte seine Sitze im Gemeinderat von acht auf elf. Die ÖVP erreichte nur 340 Stimmen, verlor zwei Sitze und kommt nun auf drei. Bei ihrem ersten Antreten in der Ramsau konnten die NEOS 205 Stimmen und ein Gemeinderatsmandat erringen. Nicht mehr im Gemeinderat vertreten ist hingegen die FPÖ: Mit nur 67 Stimmen verlieren die Freiheitlichen beide Mandate aus 2015.

Und in Altaussee hat die vonn Klaus Maria Brandauer und den Grünen unterstützte „Liste Dialog Lebenswertes Altaussee“ auf Anhieb vor der SPÖ Platz zwei geholt. Die ÖVP hat dort ihre absolute Mehrheit (fünf Mandate verloren) eingebüßt.

In Bad Mitterndorf kandierten die Liste Ritzinger und der Grimmingdialog nicht mehr. Die SPÖ hat mit Spitzenkandidat und Bürgermeister Klaus Neuper erhielt um 45,32 Prozente mehr, was ein Plus von elf Sitzen im Gemeinderat ergibt. Zurückzuführen ist dies auf den Gründer der Liste Ritzinger, Manfred Ritzinger und seinen Parteikollege Neuper, dem er das Bürgermeisteramt übergab, de während der letzten Periode zurück zur SPÖ wechselte und die Bürgerliste, die mit sieben Mandaten die meisten innehatte, legte er still.

Von 76,35 Prozent der Stimmen bei der Wahl 2015 auf 43,75 Prozent rutschte die ÖVP in Altaussee ab. Die SPÖ kam auf 27,77 Prozent (2015: 23,65 %), der "Dialog lebenswertes Altaussee" bei seinem ersten Antreten auf 28,48 %. Die aktuelle Mandatsverteilung: ÖVP sieben, SPÖ und DLA jeweils vier. Für Bürgermeister Gerald Loitzl war der Stimmenverlust kurz nach der Wahl noch nicht klar.

In der Bezirkshaupstadt Liezen waren sechs Parteien zur Wahl angetreten. Die SPÖ mit Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner kam auf 44,37 Prozent der Stimmen - zu 2015 verlor sie 2,75 Prozent und zwei Mandate. Zugelegt hat hingegen die ÖVP - um 12,35 Prozent auf 37 Prozent, das bedeutet vier Mandate mehr im Gemeinderat.

58,47 Prozent der Stimmen gab es in Gröbming für die SPÖ, die ÖVP erhielt 29,45 Prozent der Stimmen, die FPÖ 12,08 Prozent. Während man im Jahr 2015 noch über 15 Gemeinderatssitze verfügte, sind es (aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl) ab heuer 21. Die Verteilung: SPÖ 13, ÖVP sechs, FPÖ zwei.

In Stainach-Pürgg verteidigte die ÖVP mit Bürgermeister Roland Raninger die absolute Mehrheit und erhielt zwei zusätzliche Mandate.

Überraschend gewann 2015 Hermann Watzl (SPÖ) die Gemeinderatswahl und wurde Bürgermeister von Admont. 2020 jedoch hatte die ÖVP mit 53,08 Prozent der Stimmen wieder mehr Stimmen für Christian Haider und brachte zwölf Sitze im Gemeinderat. Die SPÖ kommt auf 36,64 Prozent und acht Mandate. Die Grünen konnten 6,27 Prozent der Stimmen und somit ein Mandat für sich verbuchen, die FPÖ verliert ihren Sitz im Gemeinderat.

Eine mittlere Sensation ist das Ergebnis in der ehemaligen "rote Hochburg" des Bezirkes Liezen, die Eisenbahnergemeinde Selzthal. Wählten 2015 noch 80,25 Prozent der Selzthaler die SPÖ, was eine Mandatsmehrheit von 12 zu drei gegenüber der ÖVP brachte, so verlor die SPÖ nun fünf ihrer zwölf Mandate an die ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten Hannes Mitterhauser, die 50,64 Prozent der Stimmen und acht Mandate erhielt.

Überraschendes Ergebnis gab es in Rottenmann, wo Bürgermeister Alfred Bernhard (ÖVP) die absolute Mandats-Mehrheit erhielt und nun keinen Koalitionspartner mehr braucht.

Einzelne Ergebnisse

Weblinks

Quellen

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1996 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019

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1919 | 1920 | 1923 | 1927 | 1930

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Landtagswahlen:
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1945 | 1949 | 1953 | 1957 | 1961 | 1965 | 1970 | 1974 | 1978 | 1986 | 1991 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2020

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Erste Republik
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Zweite Republik
1945 | 1950 | außerordenliche Termine 1952: Gaishorn | St. Gallen | Schladming | Trieben | dann wieder 1955 | Oppenberg 1959 | 1960 | 1965 | Pürgg-Trautenfels 1968 | 1970 | 1975 | 1980 | 1985 | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2020


Einzelnachweis

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki
  2. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki