Freiwillige Feuerwehr Liezen-Stadt

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Die Freiwillige Feuerwehr Liezen-Stadt ist eine Rettungsorganisation der Freiwilligen Feuerwehr im Bezirk Liezen. Sie wurde am 6. Jänner 1872 gegründet.

Allgemeines

Er ist einer der drei Feuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Liezen und befindet sich in der Stadt Liezen.

Geschichte

19. Jahrhundert

Die Gründung fand 1872 im Gasthof "Zum schwarzen Adler" vulgo Wiesinger (heute H+M) statt. Sie hatte bereits 120 Männer, die unter dem Vorsitz von Bürgermeister Ferdinand Vasold Oberingenieur Johann Liebich zu ihrem ersten Hauptmann wählten.

Gemäß der Chronik der FF Liezen-Stadt soll ein Brand in der Bäckerei Überbacher der Grund gewesen sein, dass man sich zur Bildung einer eigenen Feuerwehr entschlossen hatte. Auch der Großbrand in Admont am 27. April 1867 soll dabei ein weitere Grund gewesen sein. Bei der Feuerbekämpfung in Admont waren auch einige freiwillige Helfer aus Liezen dabei, was aus einem Schreiben des Benediktinerstifts Admont hervorgeht.

Die erste Spritze wurde dann 1872 angeschafft. 1873 folgte das erste Rüsthaus in der Ausseer Straße 33 (heutiges Café Schnuderl). Unter den ersten Großeinsätzen sei jener aus dem Jahre 1881 erwähnt. Dabei verhinderte die erst- und auch einmalige Art der "Schaumlöschung" die Zerstörung des Bahnhofsmagazin beim Brand der Dampfsäge. Man verwendete das Bier aus den im Bahnhofsmagazin lagernden Bierfässern kurzerhand zum Löschen des Brandes. Ein Großbrand 1895 die Anwesen vulgo Graf, Grogg, Raml und Färber und 1897 wurden das Haus des Tischlermeisters Polema (heute Blumen Winkler) und 1899 die Hachl Mühle ein Raub der Flammen.

In der zweiten Hälfte der 1890er Jahre wurde die Feuerwehrmusikkapelle Liezen gründet, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts bestand.

20. Jahrhundert

1919: ein Brand zerstörte vier Objekte am Salberg
1920: große Wassermengen im Ennstal rissen 40 Brücken weg
1924: Großbrand der Spinnerei am Pyhrnbach

1924 wurde die erste Benzinmotorspritze für Pferdebespannung und 1925 die erste Motorsirene angeschafft. Nach dem Gr0ßbrandm der die Liegenschaft Kink, Bammer und Pichler im Jahr 1929 verwüstete, wurde eine tragbare Benzinmotorspritze angeschafft. Das erste Feuerwehrzeug war dann 1932 ein zum Rüstwagen umgebauter Austro-Daimler, der auch bereits zehn Männer befördern konnte.

Das Rüsthaus wurde in den Jahren 1932 bis 1934 umgebaut. Dabei wurden Quellen neu gefasst, Hydranten und Löschwasserreservoires angelegt. In jenen Jahren begann man bereits mit wöchentlichen Übungen und erste Sanitätskurse für Feuerwehrangehörige wurden abgehalten. Anlässlich eines 1935 organisierten Fetzenmarktes kam es zur ersten Dachbodenentrümpelung-Aktion in Liezen.

1936: Brand der Kanzlermühle (heute Quester)
Mai 1937: Großbrand des Anwesens vulgo Obersaler, die Feuerwehr hatte mit großem Wassermangel zu kämpfen Juni 1937: der über die Ufer getretener Pyhrnbach bedrohten den Ort Liezen

Der Zweite Weltkrieg hatte zur Folge, dass die FF Liezen wieder mit Pferdefuhrwerken zur Brandbekämpfung ausrücken musste. Am 7. Juli 1946 fand die erste Jahreshauptversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Man stellte den Mangel an jungen Feuerwehrmännern fest, da der Krieg auch in den Reihen der Feuerwehrleute seine Opfer gefordert hatte. Die Gemeinde und Feuerwehr richteten zwei Aufrufe an die Bevölkerung, denen wenig Erfolg beschieden war. Erst ein Tanzabend brachte fünfzehn Neuzugänge.

Ein Fahrzeug, das zum 75-jährigen Gründungsfest 1948 aus Kriegsbeständen angeschafft und adaptiert worden war, wurde unter dem Namen "Kanada-Ford" bekannt. Vollgetankt und mit zehn Reservekanistern ausgestattet erfolgte die erste Probefahrt mit dem "Kanada-Ford" in Richtung Murtal. Die erste Betankung des "saufenden" Feuerwehrautos musste bereits auf halben Weg zum Triebener Tauernpass vorgenommen wurde, doch in Möderbrugg, 50 Kilometer von Liezen entfernt, war schließlich das Benzin verbraucht. Ein Kamerad musste an der Tankstelle seine goldene Uhr mit Uhrkette versetzen, damit wieder Sprit für die Heimreise vorhanden war.

Der Bau des neuen Rüsthauses am heutigen Standort Döllacher Straße begann 1951. Die Eröffnung fand dann am 11. August 1954 statt. 1955 konnte der dringend notwendige Tanklöschwagen angeschafft werden, das Löschfahrzeug "Opel Blitz", eine Tragkraftspritze, sowie Funkgeräte folgten 1958. 1962 erweiterte der Landrover, ein Löschfahrzeug mit Vorbaupumpe, den Fuhrpark.

Die zunehmende Mobilität und Technisierung änderte die Einsatzschwerpunkte vom Brandeinsatz zu technischen Einsätzen. Verkehrsunfälle auf der seinerzeit berüchtigten Gastarbeiterroute waren häufige Einsätze der Feuerwehr.

1979 kam ein modernes, 4 000 l fassendes Tanklöschfahrzeug und 1983 ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung (Hydraulischer Spreitzer und Schere), die noch heute im Einsatz sind. 1985 folgte ein moderner VW-Buses, der als Kommandofahrzeug eingesetzt wird. die 30-Meter-Drehleiter, die erste in der Stadt Liezen, wurde 1986 angeschafft. Dies ist die erste Drehleiter, die für

Im August 1989 konnte nach 5 000 freiwilligen Arbeitsstunden das vergrößerte Rüsthaus eröffnet werden, dessen Kosten ursprünglich fünf Millionen Schilling betrugen, jedoch durch die Eigenleistung der Feuerwehrmitglieder deutlich niedriger ausfielen. Unter Kommandant Kurt Freiberger kam es 1988/89 zu einer weiteren Schaffung zusätzlicher Raumkapazität. 1991 wurde Liezen zum Stützpunkt für gefährliche Stoffe und Gefahrengut und ein GSF (Gefährliche Stoffe Fahrzeug) nahm seinen Dienst auf.

Am 14. Juli 1992 wurde Bezirkseinsatzzentrale, die sogenannte Florian Liezen, eingeweiht. Diese ist von Zivildienern, Feuerwehrangehörigen der FF Liezen sowie Feuerwehrmännern des Bezirkes 24 Stunden rund um die Uhr besetzt.

1995: zwei weitere Fahrzeuge werden angeschafft: ein Berglandfahrzeug der Marke "Rover" sowie eine 30 m Drehleiter der Firma "Magirus Deutz" , die den modernsten Richtlinien entspricht.

Kommandanten

Weblinks

Quellen