Felssturz aus der Dachl-Nordwand

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Am Mittwoch, den 25. Mai 2016, ereignete sich in der Dachl-Nordwand im Gesäuse ein Felssturz.

Geologie

Die Dachl-Nordwand befindet sich innerhalb der Nördlichen Kalkalpen. Der Gipfelbereich wird aus gut gebanktem Dachsteinkalk aufgebaut. Unterlagert wird er vom Hauptdolomit.

Felssturzereignis

Die Abbruchfläche ist im oberen Bereich der Dachl-Nordwand in einer Höhe von 2 115 m ü. A.. Hier befand sich vor dem Felssturz ein überhängender Felsbereich. Durch jahrelange Wassereintritte in Klüfte, aber auch in die Schichtflächen der Gesteinspakete, kam es zur starken Verwitterung des Überhängers, bis die Schwerkraft ihn in die Tiefe stürzen ließ und eine Massenbewegung verursachte. Nach Abbruch der Felsmassen kam eine stark ergraute und angewitterte Gesteinsoberfläche zum Vorschein, die dies belegt.

In Summe wurden bei dem Felssturz Kubaturen bewegt, die eine Höhe von 45 m, eine Breite von 40 m und eine Tiefe bis zu zehn Meter hatten.

Nach zwei Aufprallen der Gesteinsmassen verteilte sich das Material über den steil abbrechenden Vorbau bis zum Peternpfad. Hier wurden große Teile der Latschenflächen mitgerissen. Die Gesteinsmassen drangen bis in die beiden Schuttrinnen des Peternpfades vor.

Auswirkungen

Glücklicherweise kamen bei diesem Massenbewegungsereignis keine Menschen zu Schaden. Es mussten nur drei Personen am Peternpfad in ca. 1 800 m ü. A. von einem Hubschrauber evakuiert werden.

Längerfristige Auswirkungen bestehen für Wanderer und Kletterer. Der Peternpfad ist im Bereich der beiden Schuttrinnen in einer Höhe von 1 420 m ü. A. bis 1 580 m ü. A. großflächig verschüttet. Auch im Dachl-Vorbau lagern in der Dachlschlucht im unteren Drittel Gesteinsmassen. Es gibt zwar keine behördliche Sperre der Alpinwege, aber Experten raten von einer Begehung derzeit dennoch ab (Stand 30. Mai 2016).

Quelle