Ennstal-Classic 2019

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Plakat der Ennstal-Classic 2019.
Porsche Design Grand-Prix.
Abendempfang im Schloss Pichlarn, von links Peter Kraus, Wolfgang Porsche, Derek Bell, Hans Joachim Stuck und Jochen Mass;
Porsche Design Grand-Prix. Alexander Schaufler und Esmeralda Borodi (AUT/RUS), Ballot 3/8 LC Grand Prix, Bj. 1920, 107 PS.
Porsche Design Grand-Prix. Im Bild links Kurt Bergmann, legendärer Rennstallbesitzer von swiki:Austro V-Rennwagen.
Porsche Design Grand-Prix. Arturo Merzario in einem Abarth 2000 aus der Sammlung Alfred Jodl.
Porsche Design Grand-Prix. Dieter Quester.
Rudi Lins in einem einen Porsche 908/2.
Marathon, Mitterberg-St. Martin, Schloss Gstatt. Im Bild Michael Strasser und Eveline Erni (AUT/SUI), Rolls Royce Phantom 1, Bj. 1930, 100 PS.
Marathon, Mitterberg-St. Martin, Schloss Gstatt. Stephan Jöbstl und Rudolf Hipp (SUI/GER), Jaguar C-Type, Bj. 1952, 220 PS.

Die 27. Ennstal-Classic 2019 (siehe Ennstal-Classic) fand vom 24. bis 27. Juli 2019 statt.

Gipfeltreffen der Legenden bei der diesjährigen Ennstal-Classic

Am Steuer historischer Boliden wurde gescherzt und über die Zukunft philosophiert.

Für die Reichen, Schönen und Berühmten in der Automobilbranche ist die Ennstal-Classic seit jeher mehr als "nur" eine Oldtimer-Veranstaltung. Vielmehr haben es die Organisatoren rund um Helmut Zwickl und Michael Glöckner seit der Erstauflage 1993 geschafft, die "Ennstal" zu so etwas wie dem inoffiziellen "Brainpool" der einflussreichsten Automobil-Manager und Motorsport-Legenden zu machen. Seit Jahren sorgt die Veranstaltung nicht nur mit den obligatorischen Promi-Fotos und wertvollen Oldtimern für Aufsehen, sondern immer wieder auch mit spannenden Aussagen großer Namen der Industrie, die in Freizeitlaune über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Automobils philosophieren.

An vorderster Front der benzinverseuchten Classic-Freunde war in diesem Jahr der ehemalige Formel-1-Pilot, Langstrecken-Weltmeister und Porsche-Markenbotschafter Mark Webber[1] im Ennstal unterwegs. Der gebürtige Australier hat mit seinen Partnern swiki:Red Bull[2] und swiki:Porsche gleich mehrfach Bezugspunkte zu Österreich und wurde seinem Image als publikumsnahem "Nice Guy" wieder einmal gerecht. Mit dem atemberaubenden Speed seiner aktiven Rennkarriere hat er derweil längst abgeschlossen: "Wenn man mir vor zehn Jahren prophezeit hätte, dass ich irgendwann einmal daran Gefallen finde, mit einem alten Auto Hunderte Kilometer mit 80 km/h dahinzuschleichen, ich hätte es nicht für möglich gehalten", so der neunfache Grand-Prix-Sieger, der 2019 mit einem Porsche 356 Speedster 1600 S die Straßen rund um Gröbming erkundete. Als früherer Le-Mans-Pilot mit dem Porsche Hybrid-Rennwagen 919 sieht er mehr denn je wichtige Synergieeffekte zwischen dem aktuellen Motorsport und der Serienentwicklung. "Zu meiner Zeit mit den ersten Hybrid-Boliden war das besonders offensichtlich. Aber auch die Formel E halte ich für die richtige Idee zur passenden Zeit und extrem wichtig für die nächste Elektroauto-Generation."

In die Reihe der lebenden Motorsport-Legenden mit Mut zur Meinung reihte sich neben Derek Bell, Jochen Mass und Dieter Quester auch Hans-Joachim Stuck ein. Letzterer ging vor allem mit der Formel 1 in ihrer jetzigen Form hart ins Gericht. "Die Zeiten, in denen man als Team bedenkenlos 400 Millionen Euro und mehr für eine Formel-1-Saison zahlen kann, sind endgültig vorbei. Da fahren 20 Leute im Kreis, von denen gerade einmal vier Siegchancen haben. So darf es nicht weitergehen! Die Formel 1 hat noch eine letzte Chance, den Karren herumzureißen - die Formel E entwickelt sich hingegen in eine spannende Richtung."

Worte, denen sein Tischnachbar aufmerksam lauschte: swiki:Wolfgang Porsche, seines Zeichens Aufsichtsratvorsitzender der Porsche AG, nutzte die Ennstal-Classic auch dazu, selbst hinter dem Steuer eines Porsche 356 Carrera 2 Coupé Platz zu nehmen.

Über die Ennstal-Classic 2019

234 Autos bis zum Baujahr 1972 nahmen am 25. Juli in Gröbming die Ennstal-Classic in Angriff. Darunter waren viele Fahrzeugmarken, die es längst nicht mehr gibt. Die Fahrzeuge stammten aus 18 Nationen, unter anderem mit Piloten aus Finnland, USA, Australien, Italien, Mexiko, Russland, Griechenland, Slowenien, Schweiz und Deutschland.

Gesamtsieger 2019 wurden Friedrich Radinger und Thomas Wagner mit einem Mini 1275 GT, Baujahr 1971.

Die Hotspots der 850 km Strecke

Die Strecke war für die alten Autos, aber auch für die Piloten eine Herausforderung. Gespickt mit geheimen Sonderprüfungen - auf denen es galt den 40- bzw. 50 km/h Schnitt zu halten - waren beim Prolog am ersten Fahrtag (Donnerstag, 25. Juli) 403 km und beim Marathon am zweiten Tag (Freitag, 26. Juli) 451 km zu absolvieren. Höhepunkt am Donnerstag war die Fahrt über die swiki:Postalm und die Sonderprüfung am Red Bull Ring. Hotspots am Freitag sind die Etappenorte Lunz, Steyr, Spital am Pyhrn und der Alpenflugplatz Niederöblarn sowie die Fahrt durch das Gesäuse.

Startnummer 1

Das älteste Auto, das die Startnummer 1 trägt, ist ein Ballot Rennwagen, der 1920 in Indianapolis Siebenter wurde, 1921 gewann Jules Goux mit diesem herrlichen Fossil aus der heroischen Zeit der Automobil-Geschichte, den Grand Prix von Italien. Dieses Jahr saß Alexander Schaufler im Cockpit des 107 PS starken Boliden.

Porsche bringt Mark Webber und «Strietzel» Stuck

Das Porsche-Museum Stuttgart schickte fünf Teams zur Ennstal-Classic, die eine Mischung aus Lenkrad-Legenden und Männern aus der Vorstandsetage darstellen. Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Wolfgang Porsche chauffierte mit Günther Horvath einen 356 Carrera 2. Lenkradlegende Hans-Joachim «Strietzel» Stuck bekam den berühmten «Dreikantschaber» aus dem Jahr 1963. Dieser, in nur zwei Exemplaren gebaute Gran Turismo Rennwagen, basiert auf dem Porsche 356B Carrera 2. Dank Leichtbau bringt diese Ausführung rund 195 Kilo weniger auf die Waage (insgesamt 820 kg) als sein straßenzugelassenes Pendant. Im Heck liefert der 2 Liter Carrera-Viernockenwellen-Motor 155 PS.

Mark Webber, der australische Ex-Formel 1 Pilot und Langstrecken-Weltmeister fuhr einen Porsche 356 Speedster 1600 S. Mark Webber gilt als großer Sympathieträger, er absolvierte 215 Formel-1-Grand-Prix und errang neun Siege und 13 Polepositionen. Er fuhr in der Formel 1 für Minardi, Jaguar, Williams und Red Bull und schaffte insgesamt 42 Podestplätze. Für Porsche gewann er 2015 den Titel eins Fahrerweltmeister in der Langstrecken-WM.

Lutz Meschke, Vorstand für Finanzen und IT fuhr einen 356 1600S, und Roland Heiler, CEO von Porsche Design, stieg mit einem Journalisten von der «Welt» in einen 356 1600S.

Ennstal-Premiere: Rudi Lins im Porsche 908/2

Der 1944 in Bludenz geborene Rudi Lins war in den 1960er-Jahren einer der besten Autorennfahrer in Österreich. Sein Vater führte in Bludenz eine Volkswagen-Vertragswerkstätte und der Sohn machte die Ausbildung zum Kfz-Meister, bevor er 1965 österreichischer Sportwagenmeister wurde. Ab 1966 wurde er dreimal in Folge österreichischer Bergmeister. Als er 1967 auf einem Porsche Carrera 6 die Europa-Bergmeisterschaft für Sportwagen gewann, war er längst Werksfahrer bei Porsche. 1968 wurde er gemeinsam mit Vic Elford auf Porsche 910 Zweiter beim 1 000 km Rennen von Paris. Seinen größten Erfolg feierte der Vorarlberger 1970 im 24 Stunden Rennen von Le Mans, wo er mit Helmut Marko Dritter auf einem Porsche 908/02 wurde. Rudi Lins war zum ersten Mal bei der Ennstal-Classic, in Gröbming fuhr er einen Porsche 908/2

Stars und Promis

Derek Bell, Arturo Merzario, Dieter Quester, Jochen Mass, Daniele Audetto, Rauno Aaltonen und Rudi Stohl blicken auf eine erfolgreiche Vergangenheit hinterm Lenkrad zurück.

Auch heuer war die Dichte der Promis und Manager groß, am Start stehen: Peter Kraus, Christian Clerici, Rudi Roubinek, Wolfgang Brandstetter, Dieter Böhmdorfer, Siegfried Wolf, Michael Tojner, Hans-Peter Schützinger, Michael Krammer und Jo Ramirez.

TV-Star Tom Wlaschiha auf Alfa

Schauspieler und Alfista Tom Wlaschiha, aufgewachsen in Dresden, nach Jahren am Theater bekannt aus Serien wie "Game of Thrones", "Crossing Lines" und "Das Boot", demnächst zu sehen in "Jack Ryan" Staffel 2. Liebt gute Filme, klassische Musik, Sport und Menschen sowie Dinge mit Stil, weshalb er schon immer Alfa fährt, momentan eine Giulia Quadrifoglio. Bei der Ennstal-Classic pilotierte er gemeinsam mit Christian Schön eine Alfa Romeo Giulietta (Baujahr 1962).

Die Ennstal-Sieger

Auch frühere Ennstal-Sieger rollten in Gröbming von der Startrampe, wie Alexander Deopito – der 2017 als Erster mit einem Vorkriegsauto Gesamtsieger wurde, und heute als Top-Star der heimischen Oldtimer-Bewerbe gilt. Weiters dabei waren die einmaligen Sieger Rauno Aaltonen (1998), Alois Heidenbauer (2011), Sebastian Klackl (2010), Richard Kaan (1996) und Gerry Brandstetter (2002). Die Zweifach-Sieger heißen: Fritz Radinger-Thomas Wagner (2015 und 2016), sowie Alexander und Florian Deopito (2017, 2018). Modemacher Helmut Schramke und Peter Umfahrer standen als Dreifach-Sieger (2003, 2006, 2012) auf der Rampe.

Die Speed-Show

Freitag, 26. Juli am Alpenflugplatz Niederöblarn
Samstag, 27. Juli beim „Porsche Design Grand-Prix“ in Gröbming

Teilnahmeberechtigt waren historisch wertvolle und bedeutende Monoposto-Rennwagen, zweisitzige Rennsportwagen, GT und Rallye-Autos, deren Baudatum vor dem Stichtag 31.12.1985 liegt.

Abarth-Festival bei der Speed-Show

2019 war heuer 70 Jahre her, dass Karl «Carlo» Abarth am 15. April 1949 in Turin seine Firma gründete, ein Jubiläum, das die Ennstal-Classic mit einem wahren Abarth-Festival feierte. Namhafte Abarth-Enthusiasten sorgten mit ihren Autos für eine Hommage an den legendären Österreicher. Die Scuderia Velsecco setzte zwei Wagen ein: Rudi Roubinek fuhr einen Fiat-Abarth 2000, den ihm Franz Steinbacher zur Verfügung stellte. Bei diesem 170 PS starken Formula 2000 Monoposto handelte es sich um den allerletzten Rennwagen an dem Carlo Abarth im Frühjahr 1979, mittlerweile als Konsulent für seine ehemalige Firma, bei der Gesamtkonzeption noch wesentlich mitgearbeitet hat.

Franz Steinbacher saß im Cockpit eines Abarth 1600 SP mit 170 PS aus dem Jahre 1967. Größter Erfolg des Autos war der Gesamtsieg von Johannes Ortner 1967 beim Coupes de Vitesse in Paris-Montlhery.

Aus der Collection Möll kam der 365 PS starke Abarth 3000 V-8 Sport Spider Prototyp, ein Auto wie es Peter Schetty 1968 in Wien-Aspern zum Sieg führte, und Arturo Merzario in Mugello, Toskana, Italien, auf Platz drei chauffierte, wurde von Jürgen Boden gelenkt. Auto Nummer zwei aus der Collection Möll chauffierte der Schweizer Kuno Schär.

Star des Abarth Festival war Arturo Merzario. Er fuhr 57 Formel 1-Rennen auf Ferrari, Williams, March, Wolf und seinem Grand Prix-Eigenbau, er gilt als Lebensretter von swiki:Niki Lauda, als dieser am 1. August 1976 am Nürburgring seinen Feuerunfall hatte. Als Abarth Werks-Pilot holte er zahlreiche Siege.

Bei der Speed-Show pilotierte er einen Abarth 2000 aus der Sammlung Alfred Jodl, der sich selbst ins Cockpit eines Abarth 1300 OT aus dem Jahre 1965 klemmte. Michael Hofer brachte seinen Abarth 1000 Cuneo, Piemont, Italien, an den Start, ein bügelbretthoher Rennsportwagen mit einem 1-Liter Doppelnocken-Vierzylindermotor von 130 PS.

Egon Hofer auf Ferrari

Als Egon Hofer aus Salzburg 1970 im Behamberg-Rennen diesen Ferrari 206 S Spyder (Baujahr 1966) zündete, hatte der Rennsportwagen bereits eine lange Erfolgsliste unter Erstbesitzer Edoardo Lualdi aufzuweisen. Als Hofer den Wagen im Herbst 1969 erwarb, ließ er ihn von Piero Drogo mit der originalen und im Ferrari Werk gekauften Karosserie des Ferrari 212E Montagna einkleiden. Neuerdings bekam der Bolide einen Zweiliter-Ferrari-V6-Einspritzmotor aus der Formel 2. Damit unterscheidet er sich vom seinerzeitigen Ferrari Prototyp - mit dem Peter Schetty 1969 alle sieben Wertungsläufe und damit die Europa-Bergmeisterschaft gewann - nur durch den Motor. Schetty hatte ein Unikat von einem Triebwerk, einen 12-Zylinder-Boxer, von dem es überhaupt nur zwei Exemplare gegeben haben soll. Mit dem Ferrari 212E/206S ist Egon Hofer bei Oldtimer-Rennen in Europa ein gern gesehener Gast. Bei der Speed-Show am Alpenflugplatz Niederöblarn im Rahmen der Ennstal-Classic war Sabine Guttenberg die Stoppuhr drücken.

GT Boliden

Rudolf Humer ist Chef der ECE - European City Estates AG - mit Sitz in der Hinterbrühl bei Wien. Er ist nicht nur ein großer Automobil-Liebhaber, der seit Jahren bei der Ennstal-Classic am Start steht, sondern auch ein hochkarätiger Kunstsammler. 2019 nannte er für die Speed-Show seinen wunderschönen Ferrari Daytona 365 Spyder, Baujahr 1972. Mit 4,4 Litern Hubraum gibt der V12 348 PS ab. Co-Pilot war Peter Moll.

Philipp Stalzer saß in einem immer wertvoller gewordenen Porsche 911 mit 2,7 Liter Motor aus dem Jahre 1973.

Ein Mercedes-Rennsportwagen

Christian Wagner und Erich Troppenbauer zeigten einen Mercedes W 123 Coupé. Es handelte sich um einen Werksrallyewagen aus dem Jahr 1977 der nur in wenigen Rennen unter Holger Bohne und Ingvar Carlsson pilotierte war und von der Scuderia Kassel aufgebaut wurde.

Formel 1 und Formel 5000

Peter Schleifer, ein hochkarätiger Hobby-Racer, stellte seinen 500 PS starken March Formel 5000 in die Auslage. Der March 725 Formel 5000 basierte auf dem bis auf den Motor baugleichen March 721 Formel 1, wie ihn auch Niki Lauda damals fuhr.

Rudi Raml aus Altenberg bei Linz brachte eine Attraktion zur Speed-Show: jenen Wolf-Cosworth WR8 Formel 1-Renwagen wie er 1979 von Keke Rosberg gefahren wurde. Etwas weniger PS - nämlich 110 - hatte der Tiga Formel Ford Rennwagen aus dem Jahre 1976 von Franz Hülmbauer.

Bilder

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Mark Webber (Rennfahrer)"
  2. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki