Donibas (Gstattmoar)

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altes Bauernhaus in Donibas
Karte

Dieser Artikel berichtet von Donibas (Gstattmoar) in Hall.

Gründungslegende des Benediktinerstifts Admont

Die Ebene im heutigen Hall zwischen den Bauernhöfen Gstattmaier heißt der „Donibas “. Dort hätte ursprünglich – vor bald 1 000 Jahren - das Benediktinerstift Admont stehen sollen. Die Gründungslegende erklärt dies folgend: Die Gräfin Hemma von Gurk besaß in Kärnten und in Obersteiermark große Besitzungen. Sie zog sich der Sage nach auf ihr Schloss Purgstall zurück, das auf den bewaldeten Höhen bei Zirnitz, zwischen der Plesch und dem Leichenberg stand. Sie vermachte dem Salzburger Erzbischof swiki:Baldwin ihre Güter in der Obersteiermark mit der Widmung, dort – in der Nähe ihres Schlosses – ein Kloster erstehen zu lassen.

Baldwins Nachfolger Erzbischof swiki:Gebhard erfüllte im Jahre 1074 das Vermächtnis der Gräfin. Er suchte für den Klosterbau nach einem geeigneten Platz am linken Ufer der Enns am Fuße des Leichenberges. Feierlich stand der Kirchenfürst in seinem Festornat im Kreise der geistlichen und weltlichen Großen, um den Grundstein für das Kloster zu legen. Da drängte sich plötzlich ein von Geburt aus Taubstummer an den Kirchenfürsten, winkte heftig mit den Armen, begann auf einmal zu deuten und rief plötzlich dem Erzbischof die Worte zu:

Ummi baß (etwas hinüber) vom Donibaß, baß ummi übers Wasser. Fang an, Gott vollendet!

Dann fiel er wieder in seinen taubstummen Zustand zurück. Überrascht und erschrocken standen alle im Banne dieser Worte. Da sprach Erzbischof Gebhard:

Gott selbst hat nun durch ein Wunder zu uns gesprochen, es ist ein Wink des Himmels, den wir befolgen wollen. Nicht hier am Donibaß soll das Kloster stehen, sondern jenseits der Enns “, wo es heute steht[1].

Auf dem „Donibas “ wäre das Kloster vor den Hochwässern der Enns nicht sicher gewesen. Zu verdanken ist die Warnung dem Taubstummen. Als Dank für den Hinweis durch den Behinderten sorgt das Stift – so eine weitere Überlieferung – von alters her für zwölf körperlich oder geistig behinderte Menschen. Im Volksmund wurden sie „Goggen“ oder „Malterer“ genannt

Quellen

  • Hasitschka, Josef: Das Gesäuse als Beilage zur digitalen Wanderkarte, 2012, 1. Auflage (Original: Hasitschka,_Wegpunkte_Gesäuse_red.pdf‎)
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Einzelnachweise

  1. Quelle: Krause, Adalbert: Admont und das Gesäuse in Geschichte und Sage