Die Schladminger Tauern: Bergbau - Alpinismus - Wintersport

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Die Schladminger Tauern: Bergbau - Alpinismus - Wintersport war der Titel einer Sonderausstellung im Schladminger Stadtmuseum vom 1. Mai bis 26. Oktober 1992

Die Ausstellung

Anlässlich der Steirischen Landesausstellung 1992 in Schloss Trautenfels fanden im gesamten Bezirksgebiet Rahmenveranstaltungen statt, die den Besuchern aus dem In- und Ausland auch die Möglichkeit bieten sollten, die kulturellen Besonderheiten der näheren Umgebung von Trautenfels kennen zu lernen. So war es naheliegend, im Bruderladenhaus eine Sonderausstellung vorzubereiten, die für Schladmings Geschichte charakteristisch ist: Bergbau, Alpinismus und Wintersport. Der Begriff „Bergstadt Schladming" ist vielfach geläufig. Eine gewisse Unsicherheit überkommt uns aber bei der Beantwortung der Fragen: Wo befanden sich der Bergbau in der Region Schladming, wann standen die Bergbaue in Betrieb und was wurde abgebaut. Dies soll gleich am Beginn der Ausstellung dem Besucher erklärt werden.

Ins Detail gehend wurden auch die weiteren Fragen und Gegebenheiten behandelt: Schladming als Vorort des Bergbaues in den Niederen Tauern. Die Auswirkungen auf die Bauentwicklung des Ortes - Sitz der Bergverwaltung – Bruderlade - Ortswappen.

Weiters wurde auch auf die internationale Bedeutung des Schladminger Bergbriefes hingewiesen, ebenso auf die Zusammenhänge zwischen dem Schladminger Bergbau, dem Schladminger Bauern- und Knappenaufstand 1525 und der Glaubensspaltung. Nicht unerwähnt blieb aber auch die Reihe der Persönlichkeiten, die im Verlaufe der Jahrhunderte alten Bergbaugeschichte eine Rolle spielten.

Nicht nur mit dem Bergbau, sondern auch mit der Alpingeschichte ist Schladming auf das engste verbunden. Im zweiten Abschnitt der Sonderausstellung war daher diesem Thema. ein besonderes Augenmerk zugewandt. Nicht erst der Fremdenverkehr stand am Anfang der Alpingeschichte der Schladminger Tauern, sondern man kann schon frühmittelalterliche Spuren von Verbindungswegen zwischen dem Enns- und Murtal nachweisen. Von besonderer Wichtigkeit waren auch die alten Erzbringungswege zu den Schmelzhütten und Verladeplätzen für den Weitertransport des Materials zu den verschiedenen Handelsplätzen.

Am Beginn des 19. Jahrhunderts setzte erst allmählich der Alpinismus ein. Vorerst waren es die sogenannten „Alpenwanderer" wie F. C. Weidmann, Gabriel Seidl und andere. Mit Erzherzog Johann begannen aber schon die ersten ernst zu nehmenden Versuche der Besteigung verschiedener Bergspitzen in den Tauern.

Einen kurzen Einblick in die Almwirtschaft einst und heute wurde in die Sonderausstellung ebenso geboten wie auch Hinweise auf manche Besonderheiten aus dem Gebiete der Flora und Fauna.

Hans Wödl - Ignaz MatthisRobert Grienberger waren drei markante Persönlichkeiten, die unvergesslich verbunden sind mit der Erschließung der Schladminger Tauern durch alpine Vereine. Ihnen ist auch zum Großteil der Ausbau des Wegenetzes zu jenen Hütten zu verdanken, die zwar schon bestanden, aber durch die Initiative dieser Männer bzw. der durch. sie vertretenen alpinen Vereine weiter ausgebaut wurden.

Mit dem Thema „Alpinismus und Fremdenverkehr" wurde das zweite Hauptthema der Sonderausstellung abgeschlossen, das aber zuvor noch einen Einblick in die Entwicklung des Bergrettungsdienstes, Ortsstelle Schladming gab.

Die Alpine Skiweltmeisterschaft 1982 hatte zweifellos der Stadt Schladming auch für die Zukunft eine besondere Bedeutung verliehen. So ist es naheliegend, dass man in der Sonderausstellung die Schladminger Tauern nicht nur aus der Sicht der Bergbau und Alpingeschichte präsentierte, sondern auch dem Wintersport einen gebührenden Raum vorbehielt.

Bekanntlich kann Schladming auf eine lange wintersportliche Tradition hinweisen, erfolgte doch die Gründung des WSV Schladming schon im Jahre 1908 und wurde das erste offizielle Skirennen (Start Austriahütte, Ziel Bahnhof Schladming) bereits 1910 gestartet.

Mit viel Idealismus baute man in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg den Winterfremdenverkehr aus und konnte in diesem Zusammenhang auch schon eine Reihe von Großveranstaltungen durchführen und auch „Wintersportzüge" von Wien nach Schladming bringen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war man unermüdlich bestrebt, die einstigen Positionen weiter auszubauen und schuf so allmählich die Voraussetzungen für die ersten Weltcuprennen, womit Schladming auch in das internationale Skigeschehen eingegliedert wurde. Die Bewerbung, der Zuschlag und die Veranstaltung der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1982 waren dann zweifellos die Höhepunkte in der Wintersportgeschichte von Schladming. Eine Standortbestimmung des Wintersportgeschehens in der Gegenwart, wie auch ein Überblick über die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrszweiges für Schladming schloss die Sonderausstellung ab. An der Gestaltung dieser Dokumentation waren Toni Breitfuss, Heribert Thaller, Ing. Toni Streicher und als Konzeptersteller Walter Stipperger hauptsächlich beteiligt.

Quelle