Brettsteinhöhlen

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Die Brettsteinhöhlen befinden sich am Südabfall des Brettsteins Richtung Öderntal im Toten Gebirge.

Geologie

Das geologische Fundament des Bereichs in denen sich die Brettsteinhöhlen befinden bildet die Riffvariante des Dachsteinkalks. An Nord bis Nordost streichenden Bruchlinien grenzt der Hierlatzkalk an. Überhaupt ist die gesamte Zone des Toten Gebirges östlich vom Grundlsee durch kräftige Bruchtektonik in einzelne Schollen zerlegt.

In den Kaltzeiten des Quartärs haben die Gletscher am Nordrand des Öderntales deutliche Spuren hinterlassen. Die Festgesteine wurden stark überformt, Höhleneingänge zum Teil regelrecht gekappt und auch Gletscherschliffe sind sichtbar.

Entstehung der Höhlen

In einer Höhenlage von 1 500 bis 1 700 m Seehöhe gibt es am Brettstein eine Vielzahl an Höhlen. Die Ganglängen belaufen sich oft auf mehrere hundert Meter. Die Untere Brettsteinbärenhöhle ist mit etwa 900 m Länge die Größte der Brettsteinhöhlen.

Die Bildung dieser unterirdischen Hohlräume basiert auf mehreren Phasen. Entlang von Spalten und Klüften konnten sich versickernde Oberflächenwässer bewegen. Durch eine chemische Reaktion zwischen Wasser und in der Luft befindlichem Kohlendioxid entsteht Kohlensäure. Diese führt zur Verwitterung und Lösung der vorliegenden Kalksteine. So entstand ein labyrinthartiges Netz aus Gängen und Röhren, in denen oft größere Hallen dazwischengeschaltet sind. Wässer fließen heute keine mehr durch dieses Höhlensystem.

Das primäre Höhlensystem entstand wohl schon vor den Kaltzeiten. Darauf deutet Grundmoränenmaterial im Inneren der Höhlen hin, das Gesteine beinhaltet, die hier heute gar nicht mehr vorkommen, da sie durch die schürfende Wirkung der Gletscherflüsse erodiert wurden. Durch Verstürze entstanden im Anschluss größere Hallen. Relikte alter Hohlraumformen sind im eingestürzten Gesteinsschutt zu beobachten. Doch auch die jetzige Höhlenlandschaft ist nur eine Momentaufnahme und ist im Wandel begriffen.

Fundstücke

In den Brettsteinhöhlen kam es zur Aufsammlung zahlreicher Reste eiszeitlicher Faunen. Diese stammen vom Höhlenbär und Höhlenlöwen. Auch nacheiszeitliche Knochenreste, wie etwa von Elchen und Hirschen, sind vorhanden.

Quellen

  • Ehrenberg, K.: Über Fundbesichtigungen und Höhlenbefahrungen im Steirischen Salzkammergut. in: Die Höhle, 21, S. 39 - 43, Wien, 1979
  • Graf, G.: Die Brettsteinhöhlen im Toten Gebirge. in: Da schau her, 3. Jg., 5/1982, S 11 - 14, Verein "Arbeitskreis für Heimatpflege", 1982
  • Schöllnberger, W.: Zur Verzahnung von Dachsteinkalk-Fazies und Hallstätter Fazies am Südrand des Toten Gebirges (Nördliche Kalkalpen, Österreich). in: Mitt. Ges. Geol. Bergbaustud., 22, S. 95 - 153, Wien, 1973