Benutzer:Hubertl

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Seit neun Jahren arbeite ich nun in Wikipedia mit und habe in dieser Zeit viele unterschiedliche Aufgaben durchgeführt, die nicht nur die Artikelarbeit betroffen haben.

Eines meiner Hauptanliegen seit einigen Jahren ist es, neue Mitarbeiter zu gewinnen und diese zu betreuen. Seit 2009 habe ich die Organisation des Wiener Stammtisches übernommen, der inzwischen monatlich stattfindet. Um die 30 Besucher sind keine Seltenheit, eher die Regel.

Ich habe Ende 2009 die Idee geboren, dass alle Denkmäler in Österreich ihren Platz in Wikipedia finden sollen - ohne auch nur zu ahnen, was sich daraus entwickeln wird. Inzwischen stehen wir freien Autoren in einer dauerhaften Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt, alle 36.000 Denkmäler in Österreich sind bereits in Listen erfasst.

Der nächste Schritt war, nicht nur die Denkmäler zu erfassen - mit Bild, Ortsangabe und Geokoordinaten - sondern auch etwas tiefer in die Geschichte dieser jeweiligen Kulturobjekte einzutauchen. Als sich dann herausstellte, dass es uns allen schlichtweg an den Möglichkeiten fehlt, die entsprechenden Inhalte zu bekommen, lag es nahe, die Grundlagen dazu direkt im Bundesdenkmalamt zu suchen.

Scanprojekt Bundesdenkmalamt

Der Arbeitsplatz

Aus all diesen sich daraus ergebenden Fragen entstand ein neues Projekt, die Erfassung der denkmalschützerischen Tätigkeit dieser 1853 gegründeten Organisation (damals noch nicht Behörde) anzustreben und all dieses Wissen der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen.

Dafür wurden von Wikimedia Österreich und -Deutschland mehrere Scanner - im Hochleistungsbereich - angeschafft, das Bundesdenkmalamt stellt dauerhaft ein Büro zur Verfügung, wo diese Geräte stehen und wir deren Bibliothek einscannen können. Das Ergebnis steht unter einer freien Lizenz und kann in allen Wikis - aber auch in jedem anderen Medium - frei verwendet werden. Einen Überblick dazu findet man hier.

Neben dem vorhandenen Wissen der Hochkultur ist es mir ein ganz besonderes Anliegen, vor allem auch Zeugnisse regionalen Wissens ausfindig zu machen. Was nicht immer ganz leicht ist, die Bibliothek umfasst ca 90.000 Bände und 30.000 Pläne, auch ist die Arbeit selbst nicht so einfach, denn jeder Scan muss in Folge auch entsprechend aufbereitet werden.

Wer immer einmal in Wien ist und Lust auf eine kleine Führung in den Räumen Kaiser Franz I bzw. später von Kronprinz Rudolf hat, der soll sich bei mir melden. Denn genau dort, in der Wiener Hofburg, ist jetzt „mein“ Büro!

Regionalwikis

Ich bin in all den Jahren zur Überzeugung gelangt, dass Wikis nur dann funktionieren, wenn möglichst viele Menschen dazu beitragen. Wissen bedeutet aber nicht gleich Wissen im höherrangigen Sinne, Wissen ist alles, was an Geschehenem erfassbar und in Worten beschreibbar ist. Damit wird es dann überhaupt erst zu Wissen. Es ist zuerst Teil der persönlichen Geschichte von Einzelpersonen und schafft durch das Niederschreiben die Grundlage zu einem gemeinsamen Geschichtsbild und -verständnis.

Es gibt keine Wertigkeit - ein Wegkreuz oder ein Bildstock hat genau so geschichtlichen Wert wie es der Prunksaal eines Schlosses hat. Regionale Trachten sind Ausdruck und Zeugnis der historischen Kulturleistung von Frauen, auch wenn sich die Umstände heute dramatisch geändert haben. Der Unterschied ist immer nur der jeweilige persönliche Bezug. Um aber ein Objekt zu Geschichte zu machen, muss es erst be- und niedergeschrieben werden. Damit wird auch ein gemeinsamer, geschichtlicher Bezug zu den Menschen seiner eigenen Umgebung hergestellt.

Mit ein Ausdruck dieser regionalen Besonderheiten sind auch die jeweiligen Dialekte. Ein großer Teil der Dialektwortschatzes des alpinen Raums wird man im Burgenland nicht finden. Weil es für einen Burgenländer völlig unwichtig ist, den Unterschied zwischen einer leitn und einem Ran zu kennen, er muss es niemals in seiner Umgebung beschreiben, weil es das schlichtweg gar nicht gibt. Ich suche immer noch die ersten Schrofn im Burgenland. Vergeblich!

All das ist Wissen. Wenn wir es nicht aufschreiben, wird dieses verloren gehen. Umso mehr, da sich wenige finden werden, das auf universitärer Ebene zu machen. Deshalb müssen es die Menschen machen, die noch heute über dieses Wissen verfügen.

Der Wert des Wissens orientiert sich daran, in welcher Weise es überhaupt als Teil einer Geschichte von Menschen abgefragt wird. Fragen entstehen aber oftmals erst aus den vorhandenen Möglichkeiten und vor alle, wenn Dinge in Frage gestellt werden. Fragen stellen kann aber nur derjenige, dem bewusst wird, dass Dinge nicht nur sind, sondern auch einen inneren Wert besitzen.

Freies Wissen

Das Wissen, welches mich heute dazu befähigt, überhaupt Fragen zu stellen, habe ich kostenlos vermittelt bekommen. Für die Antworten, welche ich auf meine Fragen bekommen habe, habe ich niemals bezahlen müssen. Weder in der Schule, noch auf der Universität. Die Ergebnisse habe ich später dann für mich im Beruf kommerziell verwendet. Ohne dass ich den Urhebern dieser von mir verwendeten Erkenntnisse je etwas bezahlt habe.

Deshalb ist es für mich unverzichtbar, dieses Wissen auch in derselben Freiheit zurückzugeben wie ich es auch bekommen habe. Meinen Respekt vor den Leistungen anderer drücke ich dadurch aus, dass ich dazuschreibe, von wem ich etwas übernommen habe - im Gegenzug erwarte ich mir auch, das jemand, der mein Werk verwendet, dies auch entsprechend vermerkt.