August Ploček

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August Ploček (* 2. März 1928 in Stainach) lebt und arbeitet als Maler, Grafiker und Ausstellungsarchitekt in Graz.

Lebenslauf

Aufgewachsen bei Zieheltern in Stainach studierte Ploček nach Ende seiner Schulzeit von September 1942 bis 1946 an der Grazer Kunstgewerbeschule bei Wilhelm Gösser (Bildhauerei), Hanns Wagula (Gebrauchsgrafik), Fritz Silberbauer, Rudolf Szyszkowitz, Peter Richard Oberhuber (Malerei), Otto Alois Schmidt (Innenarchitektur), Erna Pamberger (Kostümkunde) und Heinz Ludwig (Bühnenmalerei). Am 5. Jänner 1945 wurde er im Alter von 17 Jahren zur Deutschen Wehrmacht eingezogen, konnte aber nach Kriegsende sein Studium fortsetzen. Im Anschluss arbeitete er von 1946 bis 1949 im Grafik-Atelier von Fritz Krainz. Ab 1950 machte er sich als Maler, Grafiker und Ausstellungsarchitekt selbständig und war unter anderem in Brüssel (Belgien), Krakau (Polen), Rijeka (Kroatien), Tarragona (Spanien), Darmstadt (Deutschland) und auf Schloss Trautenfels tätig.

Sein Wirkungskreis reicht von Werbekojen für Messen und Kongresse über Präsentationen für den heimischen Fremdenverkehr bis hin zur Gestaltung von Literaturausstellungen. Für das Kulturamt der Stadt Graz fertigte er zahlreiche Plakate (z.B. die Autobahntafeln der „Kulturstadt Graz“) wie auch Titelblätter für den „Grazer Stadtanzeiger“ an. Ploček ist ebenso der offizielle Logo-Begründer der Eureka-International Brüssel sowie Katalog- und Plakatgestalter der 49. Eureka 2000.

In seiner Funktion als Ausstellungsgestalter arbeitete er unter anderem für das Freilichtmuseum Stübing (Steiermark) sowie für mehrere Abteilungen des Universalmuseum Joanneum, wie beispielsweise Schloss Stainz oder Schloss Trautenfels. Mit Schloss Trautenfels verbindet den Künstler eine langjährige Zusammenarbeit, die bereits 1985 mit einer Sonderausstellung über Paula Grogger begann – 1987 gestaltete er mit „Vom Leben auf der Alm“ eine der erfolgreichsten Ausstellungen des Schlosses.

Seit 1970 ist August Ploček Mitglied des Steiermärkischen Kunstvereines Werkbund.

Werk und Stil

Ploček tritt uns als ein äußerst vielseitiger Künstler entgegen. Er fand schon sehr früh zu seinem von mehreren Richtungen der Kunstgeschichte geprägten Stil, wobei neben einem hohen Maß an Individualität, Einflüsse des Surrealismus - der Stainacher Künstler lernte Salvador Dali noch persönlich kennen -, Expressionismus, Kubismus, der Pop-Art oder des Phantastischen Realismus auszumachen sind. Seine Lehrer an der Kunstgewerbeschule waren steirische Künstlerpersönlichkeiten, wie eben Hanns Wagula oder Fritz Silberbauer, deren Kunstauffassungen ihm zusätzliche Quellen boten. Er beweist nicht nur bei seinen Malmitteln, sondern auch bei der Themenwahl große Vielfalt: Er gestaltet in Öl, Tempera, aquarelliert, fertigt Collagen an und findet im grafischen Bereich - Bleistift-, Rötel- oder Tuschzeichnungen – ebenso seine künstlerische Heimat. Neben Stillleben, Stadt- und Landschaftsbildern, Porträts und Selbstporträts sind weibliche Akte ein großes Thema des Künstlers - wie aus Modemagazinen entnommen dominiert zumeist der schöne Körper in klassischen Posen.

Ploček bereitet seine Bilder exakt vor, d. h. er legt Skizzen mit Raster an, um so große Genauigkeit erzielen zu können. Diese bewährte Arbeitsmethode findet sich auch in seiner Plakatkunst wieder, welche durch eine formale Vereinfachung bestimmt wird.

Ausstellungen (Auszug)

1976 Erlangen (BRD)
1978 Barcelona (Spanien)
1980 Tirana (Albanien)
1981 Tarragona (Spanien)
1982 Nizza (Frankreich)
1984 Göteborg (Schweden)
1985 Darmstadt (BRD)
1986 Rijeka (Kroatien)
1989 Vilanova (Spanien)
1991 Marburg (Slowenien)
1994 Rom (Italien)
1998 Pecs (Ungarn)
1998 Marburg (Slowenien)
2000 Sabadell (Spanien)
2003 Marburg (Slowenien)

Beteiligung an den Werkbundausstellungen seit 1972

Ausstellung auf Schloss Trautenfels

Auszeichnungen (Auszug)

1968 Plakatwettbewerb „Graz“ (1. Preis),
1977 Kunstförderungspreis der Stadt Graz,
1983 Kunst Ehrenmedaille der Stadt Graz,
1991 Verleihung des Berufstitels „Professor“,
1991 Großes Ehrenzeichen des Landes Steiermark,
1998 Vincenz-van-Gogh-Medaille, St. Lukas Gilde Antwerpen,
1998 Sir, Royal Equestrian Military Monarchy Order of St. Monica, London,
1999 Merite de l'Invention - Chevalier Belgien,
1999 Knight of Grace - Sovereign Order of Saint John of Jerusalem Malta,
1999 Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft - Albert Schweitzer Gesellschaft,
2000 Officier de Belge „Tantae Molis Erat“ Bruxelles,
2001 Ehrenmedaille in Silber „Arts-Science-Lettres“ - Academie Francais Paris,
2006 Ehrenmitglied der Österreichisch-Slowenischen Freundschaft Maribor

Quellen

  • August Ploček, Ausst.-Kat., Trautenfels 1988 (= Kleine Schriften der Abteilung Schloss Trautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum, Heft 13).
  • Binder Christoph Heinrich, Platzer Heinz-Peter, (Hg.), August Ploček. Festschrift anlässlich der 75. Wiederkehr seines Geburtstages, Graz 2003.