August Martinez

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Dr. August Freiherr von Martinez (* 23. April 1842 Innsbruck; † 4. Juni 1922) war ein Wiener Kunst- und Musikschriftsteller sowie Alpinist.

Leben

Er entstammte einer altösterreichischen, von josephinischem Geist erfüllten Beamtenfamilie. Sein Vater erwarb sich als hoher Staatsbeamter in den Sturmtagen des Jahres 1848 durch gemäßigtes, taktvolles Auftreten große Verdienste um das öffentliche Wohl. Er war Hofrat und später Sektionschef im Polizeiministerium, zwischendurch Polizeipräsident in verschiedenen österreichischen Hauptstädten Altösterreichs, darunter auch Mailand. Schon sein Großvater mütterlicherseits war der österreichische Polizeipräsident von Mailand (Italien), Baron Torresani. In Mailand verbrachte dann auch Martinez seine ersten Jugendjahre.

Er war literarische Beirat und Teilnehmer von Sängerfahrten wie der des Schubertbundes zu einer Pariser Weltausstellung, des Eisenbahner-Gesangsvereines nach Konstantinopel (Istanbul).

Er fehlte bei keiner Opernpremiere und keinem Konzert in Wien bis ihn ein Augenleiden zwang, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen.

Durch seinen Freund Silberhuber, dem damaligen Präsidenten des Oesterreichischen Touristenklubs angeregt, trat Martinez als begeisterter Naturfreund und Alpinist zuerst mit alpinistischen Schriften, die sich insbesondere mit der Erschließung der nordsteierischen Alpen beschäftigten, an die Öffentlichkeit.

Am 7. September 1877 bestiegen Dr. August Martinez und Franz Rumpel, die Admonter Josef Draxler und Jakob Friedl, die Oberförstergattin Marie Pachmayer sowie der Botaniker Gabriel Strobl den Gipfel des Hexenturms als erste "Touristen".[1] Martinez und Rumpel bezeichneten den Hexenturm als Bärnkarmauer und führten damit den falschen Begriff in die Literatur ein.

Quellen

  • ANNO, Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), Ausgabe vom 6. Juni 1923, Seite 9, Nachruf
  • ANNO, Reichspost, Ausgabe vom 13. Juni 1923, Seite 4, Nachruf

Fußnoten

  1. Quelle ANNO, Das Vaterland, Ausgabe 12. September 1877, Seite 3